Dass Röstereien Kaffee von anderen Röstereien beziehen, mag zunächst widersprüchlich erscheinen. Immerhin ist die Verarbeitung der Kaffeebohnen das Kernhandwerk einer jeden Rösterei. In der Praxis hält dieses Vorgehen jedoch viele Vorteile bereit und ist weitverbreitet. Insbesondere kleine und wachsende Röstereien können von diesem Angebot profitieren und die Erfahrung sowie Spezialisierung von anderen Röstereien für ihr eigenes Portfolio optimal nutzen.
Auch wir bei KBK arbeiten mit anderen Röstereien zusammen und bieten unsere Kaffeespezialitäten unter anderem als Private-Label-Lösung an. Zudem ist es möglich, in unserer Traditionsrösterei Kaffeebohnen als Lohnröstung verarbeiten zu lassen. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie die Abläufe konkret aussehen und welche Chancen sich daraus für Sortiment, Qualität und wirtschaftliche Entwicklung ergeben.
Es gibt vielfältige Gründe dafür, warum Röstereien mit anderen Röstereien zusammenarbeiten können. Um ein Zeichen von Schwäche handelt es sich dabei keinesfalls, sondern vielmehr um eine bewusste Entscheidung, um das eigene Wachstum zu sichern und Prozesse möglichst effizient zu gestalten. Hier einige Aspekte, die einen Vorteil für Röstereien bedeuten können:
Zu den häufigsten Auslösern, weshalb Röstereien sich an andere Röstereien wenden, ist schlichtweg die Auslastung. Insbesondere kleine Röstereien und Start-ups können schnell an ihre Grenzen stoßen, wenn zum Beispiel Bekanntheit und Nachfrage zügig ansteigen. Um den Kunden weiterhin Kaffee in konstant hoher Qualität anbieten zu können, ist es ratsam, eine ebenfalls erfahrene Rösterei zu kontaktieren und den Kaffee von dort zu beziehen. So kann beispielsweise eine Lohnröstung in Betracht gezogen werden: Hierbei werden die gewünschten Kaffeebohnen in der Partnerrösterei verarbeitet, ohne dass die eigene Verarbeitungskette erweitert und kostenintensiv ausgebaut werden muss.
Eine zweite Möglichkeit ist die Erweiterung des eigenen Angebots. Bieten Röstereien bestimmte Blends an, die in der eigenen Verarbeitung nicht eingeplant sind, stellt die Zusammenarbeit eine attraktive Möglichkeit dar, das Sortiment vielfältiger aufzustellen, ohne über Lösungen in der eigenen Produktionskette nachdenken zu müssen. Zudem können neue Kaffeesorten ein gewisses Risiko mit sich bringen, wenn sie nicht gut angenommen werden. Das Beziehen des Kaffees von einer anderen etablierten Rösterei ermöglicht es, mit weiteren Sorten zu „experimentieren“ und herauszufinden, welche Sortimentserweiterung sich für das eigene Unternehmen lohnt.
Kaffeeröstung ist Handwerk und setzt Erfahrung voraus. Manche Röstereien haben sich auf eine bestimmte Röstung spezialisiert oder bereits seit Generationen ihre Expertise in diesem Bereich ausgebaut. Eine Kooperation mit einer etablierten Rösterei ermöglicht es, von diesem Knowhow zu profitieren und hochwertigen Kaffee in gleichbleibender Qualität zu erhalten sowie unter eigenem Namen zu vertreiben. Zudem können Röstereien voneinander lernen – auch ohne wichtige Betriebsabläufe zu offenbaren.
Ein zentrales Modell bei der Zusammenarbeit von Röstereien ist die bereits erwähnte Lohnröstung. Dabei übernimmt eine Rösterei den reinen Röstvorgang für die auftragsgebende Rösterei. Diese liefert entweder selbst die zu verarbeitenden Bohnen oder gibt genaue Anweisungen, welche Röstung sie haben möchte, die dann von der ausführenden Rösterei präzise umgesetzt wird.
Gerade für kleinere Betriebe kann Lohnröstung ein attraktives Modell sein, da:
Neben der klassischen Lohnröstung kann auch das Private-Label-Modell eine attraktive Lösung für Röstereien sein, um das eigene Sortiment zu erweitern. Dabei wird Kaffee von der verarbeitenden Rösterei entwickelt, sodass ein komplett verkaufsfertiges Produkt unter dem Namen des Auftraggebers entsteht. Das beinhaltet Rezeptur, Röstprofil und Verpackung, wobei die verarbeitende Rösterei für die Endkunden nicht in Erscheinung tritt. Auf dem Kaffeeprodukt erscheint ausschließlich die Rösterei, die den Kaffee vermarkten möchte.
Hier erfahren Sie mehr zum Private-Label-Modell bei KBK.
So sinnvoll Kooperationen sind, bringen sie auch gewisse Anforderungen mit sich.
Dass Röstereien mit anderen Röstereien zusammenarbeiten, ist kein Widerspruch – sondern ein Ausdruck moderner, flexibler Unternehmensführung. Lohnröstung und Private Label ermöglichen es, Kapazitäten effizient zu nutzen, neue Produkte schneller auf den Markt zu bringen und gleichzeitig höchste Qualitätsstandards zu sichern. Besonders für kleinere Röstereien eröffnen sich dadurch Möglichkeiten, die sonst nur mit erheblichen Investitionen realisierbar wären.
Wenn Sie mehr über diese Möglichkeiten bei KBK erfahren möchten, dann kontaktieren Sie uns gern. Wir informieren Sie ausführlich und freuen uns, gemeinsame Wege zu finden.